19.12.2017

Interview mit Marcella Crespo, Bereichsleiterin Marketing Deutsche Immobilien Gruppe

1. Was sind für Sie die 3 wesentlichen Schwerpunkte für Ihr Marketing für 2018?

Die DI-Gruppe entwickelt, realisiert und managt seit über 35 Jahren Einzelhandels-, Büro-, Hotel- und Wohnimmobilien. 2018 verwalten wir alleine 14 Shopping- und Fachmarktzentren mit einer Gesamtmietfläche von 275.000 qm.

Als wesentlichen Schwerpunkt im Marketing für kommendes Jahr sehen wir bezüglich unseres Centermanagements eine Verschiebung von themenspezifischen Events zu Aktionen mit lokalem Bezug. Hierfür gilt es insbesondere die lokalen Player wie Vereine, Instituten und Kulturschaffende mit ins Boot zu holen. Ziel muss sein, das Einkaufszentrum über die Aktivität des Shoppens hinaus auch zu einem Ort der Begegnung zu machen. Dabei müssen wir uns immer die Frage stellen: Warum soll der Kunde ins Center kommen und nicht einfach online kaufen?

Fakt ist: Der Mehrwert des Shoppingcenters liegt darin, dass der Händler den Kunden auf der Fläche inspiriert und wir darüber hinaus einen Ort mit erhöhter Aufenthaltsqualität bieten. Das ist ein elementarer Teil der Marketingaufgabe in unserem Unternehmen. Zu Nutze machen wir uns hierzu unser deutschlandweit einzigartiges LIMBIC®-RETAIL-MANAGEMENT. Ob Plüschsitze oder High-Tech-Umgebung, Ladestation für das Handy oder Bestuhlung für die besonderen Anforderungen von Senioren: Mit LIMBIC® analysieren wir, was für unsere Zielgruppen im Center wirklich attraktiv ist. Darauf aufbauend entwickeln wir unsere Marketingstrategie.

Marcella Crespo, Bereichsleiterin Marketing Deutsche Immobilien Gruppe (DI-Gruppe)
Marcella Crespo, Bereichsleiterin Marketing Deutsche Immobilien Gruppe (DI-Gruppe)

Was die Wahl der Werbemittel angeht: Momentan ist es sehr „laut“ draußen für die Konsumenten inmitten eines Überangebots an Push-Nachrichten oder ständigen Facebook-Einträgen. Insbesondere, wenn es sich um die üblichen 5 Prozent-Rabatte auf Auslaufartikel handelt, kann dies schnell zu einer Übersättigung beim Kunden führen. Wichtiger ist es stattdessen eine starke, stringente Positionierung mit einem unverwechselbaren Corporate Design aufzubauen. Vielmehr Wert legen wir auf einen individuellen und konsistenten Auftritt, der entsprechend auf den genutzten Kanälen der erkannten Zielgruppe gespielt wird.

Das kann dabei durchaus noch Print, Out-of-Home oder Radio sein – je nach Angebot, was eben beworben wird. Die digitalen Medien müssen hier natürlich entsprechend so genutzt werden, dass sie als Bereicherung für jeden Kunden empfunden werden. Das tun sie unserer Meinung nach, wenn die Nachrichten nicht nur relevant sind, sondern zudem aufmerksamkeitsstark bebildert sind oder – noch besser – als Bewegtbild dargestellt werden. Grundsätzlich wird Instagram zunehmend für digitale Medien wichtig. Als Must-Have gelten nach wie vor die bekannten Facebook-Ads.

2. Welches neue „Tool“ bzw. Element wollen Sie zukünftig verstärkt integrieren bzw. ausprobieren?

Im Rahmen unseres Centermanagements agieren wir zukünftig immer stärker als „Local Hero“, sprich lokaler Experte vor Ort, der sowohl in direktem Kontakt mit den Retailern in unseren Centern steht als auch bestens über die Geschehnisse im Stadtteil unterrichtet ist. D.h. physisch ist unser „Local Hero“ live im Geschehen vor Ort dabei und postet dies wiederum in den digitalen Medien. Dementsprechend können wir die Marke des Centers gemäß der definierten Positionierung in Posts für alle zu bespielenden, digitalen Kanäle darstellen. Immer mit dem Ziel, den Kunden mithilfe der digitalen Inspirationsquellen stationär an das Einkaufserlebnis im Center heranzuführen.

Denn unsere Shoppingcenter üben durch zusätzliche Nutzungen, herausragenden Service oder das ansprechende Umfeld verstärkte Anziehungskraft auf den Omni-Channel agierenden Kunden aus. Ob beim Shoppen, Essen oder Treffen mit Freunden: Die Anreize, die wir auf den entsprechenden Kanälen natürlich zielgruppengenau ausspielen, sollen dafür sorgen, dass dem Konsumenten buchstäblich das „Wasser im Mund zusammenläuft“ und er sich auf den Besuch im Center freut.